Frankfurt und New York

Frankfurt und New York sind Sitz zweier Zentralbanken: der Europäischen Zentralbank in Frankfurt und der Federal Reserve Bank of New York, die die Marktgeschäfte der US-Notenbank ausführt. Die Deutsche Bundesbank lagert 1.236 Tonnen deutsches Gold in den Tresoren der New York Fed, mehr als ein Drittel ihrer Reserven.

Seit dem Brexit führen die großen Banken aus New York ihr EU-Geschäft von Frankfurt aus, wo J.P. Morgan SE, Goldman Sachs Bank Europe SE und Morgan Stanley Europe SE ihren Sitz haben. Für ein Fintech, eine Kryptofirma oder eine Bank aus den USA ist Frankfurt ein Weg nach Deutschland und in die übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Eine Lizenz aus New York oder Washington gilt in der EU nicht, und eine deutsche Lizenz der BaFin reicht in jeden anderen Mitgliedstaat.

Skyline von Lower Manhattan am New Yorker Hafen, mit einer Fähre und illustrativen fließenden Datenlinien.

US-Banken mit EU-Sitz in Frankfurt

J.P. Morgan SE ist die EU-Bank von JPMorganChase, mit Sitz in Frankfurt und einer Bilanzsumme von 399,2 Milliarden Euro Ende 2025. JPMorganChase nennt sie die größte internationale Bank in Deutschland (auf Englisch), mit rund 1.000 Beschäftigten in Frankfurt, Berlin, Hamburg und München. Am 20. Mai 2026 hat J.P. Morgan SE außerdem ihre Digitalbank Chase in Deutschland gestartet (auf Englisch), zuerst mit einem Sparkonto und bis 2028 auch mit Girokonten, Geldanlage und Krediten.

Die Goldman Sachs Bank Europe SE hat ihren Sitz im Marienturm in Frankfurt und untersteht direkt der EZB-Bankenaufsicht, ebenso wie die Morgan Stanley Europe SE mit ihrem Büro in der Großen Gallusstraße. Citi führt ihre EU-Investmentbank Citigroup Global Markets Europe AG vom Börsenplatz in Frankfurt aus. In der Gegenrichtung kaufte die Deutsche Bank 1999 die New Yorker Bank Bankers Trust und steuert ihr Amerikageschäft vom One Columbus Circle in Manhattan aus.

Deutsches Gold bei der New York Fed

Die Deutsche Bundesbank lagert 1.236 Tonnen Gold bei der Federal Reserve Bank of New York, das sind 36,6 Prozent ihrer Reserven. Weitere 1.710 Tonnen liegen in Frankfurt und 432 Tonnen bei der Bank of England in London, so die Zahlen der Bundesbank vom August 2017 nach Abschluss der Goldverlagerung (auf Englisch).

Von 2013 bis 2017 holte die Bundesbank 300 Tonnen Gold aus New York und 374 Tonnen aus Paris nach Frankfurt, drei Jahre früher als geplant. Seitdem liegt die Hälfte des deutschen Goldes in Frankfurt, und der Rest bleibt an den beiden Handelsplätzen im Ausland.

Von der US-Lizenz zur EU-Lizenz

Eine Money-Transmitter-Lizenz eines Bundesstaats, eine New Yorker BitLicense oder eine Banklizenz des Bundes öffnet keinen Zugang zu Kunden in der EU. Ein Zahlungs- oder E-Geld-Institut aus den USA braucht eine Erlaubnis nach den PSD2-Regeln, und eine Kryptofirma braucht eine CASP-Lizenz nach MiCA. Ein Stablecoin-Emittent mit Zulassung nach dem GENIUS Act vom Juli 2025 braucht zusätzlich eine EU-Lizenz als Bank oder E-Geld-Institut, bevor er in der EU einen E-Geld-Token ausgeben darf.

In Deutschland erteilt die BaFin die Lizenz, und eine BaFin-Lizenz gilt über den Europäischen Pass in der ganzen EU. US-Banken, die Einlagen annehmen, Kredite vergeben oder Garantien für Kunden in der EU stellen, brauchen ab dem 11. Januar 2027 eine zugelassene Zweigstelle in der EU nach Artikel 21c der Richtlinie (EU) 2024/1619. Eine US-Gruppe mit eigener EU-Bank in Frankfurt, etwa J.P. Morgan SE, bedient ihre Kunden in der EU über diese Tochter.

Kommende Finanz- und Fintech-Events in Frankfurt und Europa

Warum liegt deutsches Gold in New York?

Die Bundesbank lagert einen Teil ihres Goldes in New York und London, damit sie es an diesen Handelsplätzen im Ausland kurzfristig in Fremdwährung tauschen kann. Diesen Grund nannte sie in ihrem Lagerstellenkonzept vom Januar 2013, das auch das Ziel festlegte, die Hälfte der Reserven in Frankfurt zu halten.

Gilt eine US-Stablecoin-Lizenz in der EU?

Eine Lizenz nach dem GENIUS Act gilt in der EU nicht, weil MiCA von jedem Emittenten eines E-Geld-Tokens eine EU-Zulassung als Bank oder E-Geld-Institut verlangt. Die Regeln für Stablecoins in der EU und in den USA verlangen deshalb zwei getrennte Zulassungen.

Kontakte in Frankfurt für Teams aus New York

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk für neue Technologien im Finanzwesen mit mehr als 4.000 Mitgliedern und wird in Zusammenarbeit mit Frankfurt Main Finance und TechQuartier aufgebaut. Auf den Events von Finance Loop in Frankfurt treffen Besucher aus New York die Banken, Vermögensverwalter, Aufseher und Fintechs in Deutschland.

Ein Team aus New York kann sich einer Delegation von Finance Loop zu Events wie Frankfurt Digital Finance anschließen und bekommt persönliche Vorstellungen durch das Team von Finance Loop. Wer im Finanzwesen, in der IT oder mit KI arbeitet, kann sich für die kostenlose Netzwerk-Mitgliedschaft anmelden.

Frankfurt, New York und Finance Loop

Finance Loop veranstaltet seine Events in Frankfurt, wo die EU-Banken der großen New Yorker Gruppen ihren Sitz haben, und bringt dort Teams aus den USA mit Banken, Aufsehern und Fintechs zusammen. Teams aus New York treffen die Mitglieder von Finance Loop bei Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.

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