Kaiser Partner Privatbank
Kaiser Partner Privatbank ist eine Privatbank in Familienbesitz in Vaduz, Liechtenstein, gegründet 1977. Privatkunden, unabhängige Vermögensverwalter und Fonds kaufen und verwahren dort Kryptowerte in einem Depot neben ihren Wertpapieren, und die Bank führt diese Positionen wie Wertpapiere außerhalb ihrer Bilanz, damit sie bei einer Insolvenz der Bank geschützt bleiben.
Nach dem liechtensteinischen Blockchain-Gesetz ist die Bank als Token-Verwahrer registriert, und seit Juni 2026 darf sie unter MiCA Kryptoverwahrung, Auftragsübermittlung, Portfolioverwaltung und Transfers im ganzen Europäischen Wirtschaftsraum anbieten. Christian Reich ist CEO, Fritz Kaiser präsidiert den Verwaltungsrat, und die Bank beschäftigt 153 Menschen.
Kryptoverwahrung und Kryptohandel bei der Kaiser Partner Privatbank
Die Kaiser Partner Privatbank verwahrt 15 Kryptowerte für ihre Kunden, darunter Bitcoin, Ethereum, XRP, Cardano, Solana, Polkadot, Avalanche, Chainlink, Litecoin, Stellar, Tezos und USD Coin. Kunden kaufen sie gegen Franken, Euro oder Dollar oder tauschen einen Kryptowert direkt in einen anderen, etwa Bitcoin in Ether. Kryptowerte lassen sich nur während der offiziellen Handelszeiten der Bank handeln.
Kunden können unterstützte Coins wie BTC, ETH, XRP, SOL und USDC auch aus einer externen Wallet oder von einer anderen Börse in ihr Depot für Kryptoverwahrung übertragen und Positionen wieder abziehen. Kaiser Partner oder die von der FINMA beaufsichtigte Korrespondenzbank hält die Coins in gesicherten Wallets, ein großer Teil liegt in Cold Storage auf verschlüsselten Datenträgern ohne Internetverbindung.
Staking und Kryptowerte als Lombard-Sicherheit
Auf Anfrage übernimmt die Bank das Staking ausgewählter Kryptowerte für ihre Kunden und veröffentlicht keine feste Liste von Coins für das Staking. Verwahrte Kryptowerte gelten zudem als zusätzliche Sicherheit für einen Lombardkredit, Kunden können sie also wie ein Wertpapierdepot beleihen. Ein solcher Kredit ist eine Form von Krypto-Lending, bei der die Coins verpfändet im Depot derselben Bank bleiben.
Execution Only, Mandat oder externer Vermögensverwalter
Die Kaiser Partner Privatbank bietet Anlegern drei Wege zu digitalen Vermögenswerten. Bei Execution Only entscheidet der Kunde allein, und die Bank berät nicht zu den Geschäften. In einem Vermögensverwaltungsmandat, einer Form der Krypto-Vermögensverwaltung, nimmt die Bank digitale Vermögenswerte ins Portfolio auf, den Anteil legt der Kunde nach seinem Risikoprofil fest. Als dritter Weg trifft ein externer Vermögensverwalter alle Anlageentscheidungen für den Kunden.
Kommende Krypto- und Digital-Asset-Events in der Schweiz
Token-Verwahrer nach TVTG und MiCA-Notifizierung
Die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein beaufsichtigt die Kaiser Partner Privatbank, und nach dem Token- und VT-Dienstleister-Gesetz (TVTG) ist die Bank als Token-Verwahrer registriert. Verwahrte Kryptowerte werden nach Artikel 56c des liechtensteinischen Bankengesetzes für den Kunden ausgesondert und fallen bei einer Insolvenz der Bank nicht in die Konkursmasse.
Am 29. Juni 2026 hat die Bank der FMA nach Artikel 60 der Verordnung über Märkte für Kryptowerte vier Dienste gemeldet: Verwahrung und Verwaltung von Kryptowerten, Annahme und Übermittlung von Aufträgen, Portfolioverwaltung und Transfers für Kunden. Als Bank braucht sie dafür keine eigene CASP-Lizenz, und die ESMA führt die Meldung für alle 30 Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums.
Depotbank für Vermögensverwalter und Fonds
Unabhängige Vermögensverwalter und Treuhänder führen Kundenkonten bei der Bank, die sie über ihren Bereich Banking for Professionals unter dem stellvertretenden CEO Hermann Neusüss betreut. Vermögensverwalter arbeiten mit einem eigens für sie gebauten E-Banking und mit dem Dienst Electronic Data Delivery, der ihnen Kundendaten über einen gesicherten Kanal liefert.
Für liechtensteinische und ausländische Fonds ist die Bank Verwahrstelle für OGAW, AIF und Fonds nach dem liechtensteinischen Investmentunternehmensgesetz. Sie hat keine eigene Fondsleitung, keine eigenen Finanzprodukte und keine Vertriebsverträge und beschränkt sich so auf die Rolle der Depotbank.
Verbriefung und Zahlstelle
Den größten Teil ihres Verbriefungsgeschäfts macht die Bank mit Anleihen. Als Zahlstelle wickelt sie Zinszahlungen und die Rückzahlung bei Fälligkeit für die Anleger ab, und sie kann die Anleihen oder die Anteile einer Zweckgesellschaft als elektronische Wertpapiere mit ISIN ausgeben. Anleger verwahren sie dann bei einer Bank ihrer Wahl, und der Emittent kann sie an einer Börse oder einem anderen Handelsplatz notieren lassen.
Kaiser Partner Privatbank AG in Vaduz
Die Kaiser Partner Privatbank AG hat ihren Sitz an der Herrengasse 23, 9490 Vaduz, und ist im liechtensteinischen Handelsregister unter FL-0001.018.213 eingetragen. Alle Aktien hält die KBB Holding AG, Pflugstrasse 10 in Vaduz, und die Bank ist seit ihrer Gründung in Familienbesitz. Seit 1999 hat sie eine volle liechtensteinische Banklizenz und ist eines der zwölf Mitglieder des Liechtensteinischen Bankenverbands.
Die Bank nennt verwaltete Kundenvermögen von 9,7 Milliarden Franken und eine Kernkapitalquote von 26 Prozent. 2019 unterzeichnete sie als erste Bank Liechtensteins die Principles for Responsible Banking der UNEP FI, und seit 2009 gehört sie zu den Unterzeichnern der Principles for Responsible Investment.
Kaiser Partner Privatbank und Finance Loop
Private Banker, Vermögensverwalter und Fondsmanager im Netzwerk von Finance Loop befassen sich mit den Leistungen der Kaiser Partner Privatbank, von Kryptoverwahrung und Staking bis zur Verwahrstelle für Fonds. Finance Loop diskutiert diese Leistungen im Bereich Investment und digitale Vermögenswerte und die Regeln dahinter im Bereich Risiko und Compliance.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.