BIS Innovation Hub
Der BIS Innovation Hub ist das Technologie-Experimentierprogramm innerhalb der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Der BIS Innovation Hub entwickelt Prototypen und Machbarkeitsnachweise zu Fragen, die Zentralbanken und öffentliche Stellen betreffen. Das aktuelle Arbeitsprogramm wendet künstliche Intelligenz, Tokenisierung und Cybersicherheitstechnologien auf Anwendungsfälle von Zentralbanken an.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich untersucht mit diesen Experimenten technische und praktische Machbarkeit, bevor eine breitere Nutzung infrage kommt. Finanzinstitute können die entstehenden Entwürfe und Testergebnisse bei der Bewertung von Änderungen im Zahlungsverkehr oder in der Finanzinfrastruktur untersuchen. Ein erfolgreiches Experiment liefert Nachweise zu den geprüften Bedingungen und überlässt weitere Umsetzungsfragen den zuständigen Institutionen.
Experimenteller Auftrag an internationalen Standorten
Der BIS Innovation Hub verbindet technologische Forschung mit praktischer Entwicklung und Zusammenarbeit unter Zentralbankexperten. Europäische Teams arbeiten im Eurosystem Centre in Frankfurt und Paris, im Swiss Centre in Basel und Zürich, im London Centre sowie im Nordic Centre in Stockholm. Weitere Teams arbeiten in Hongkong als Sonderverwaltungsregion, Singapur und Toronto.
Die internationale Struktur ermöglicht teilnehmenden Zentralbanken die Untersuchung gemeinsamer Probleme über Rechtsräume hinweg. Projektergebnisse können Prototypsoftware, technische Berichte und Erkenntnisse für anschließende Experimente umfassen. Banken sollten bei der Projektbewertung das Forschungsziel von rechtlichen und betrieblichen Voraussetzungen für den Einsatz unterscheiden.
Tokenisierung und der Prototyp von Project Agorá
Project Agorá untersucht grenzüberschreitende Großbetragszahlungen mit tokenisierten Geschäftsbankeinlagen und Zentralbankreserven auf einer gemeinsamen programmierbaren Plattform. Der Prototyp untersucht, ob diese Geldformen atomare Abwicklung über Währungen und Rechtsräume hinweg unterstützen können. Die Arbeiten behandeln außerdem Rechtsfragen wie die Endgültigkeit der Abwicklung und Compliance-Anforderungen.
Das Experiment von Project Agorá umfasste im Juli 2026 kontrollierte Tests mit echtem Geld durch teilnehmende Finanzinstitute und Zentralbanken. Die Transaktionen prüften den Prototyp unter festgelegten betrieblichen, technischen und rechtlichen Bedingungen.
Project Nexus und die Interoperabilität von Echtzeitzahlungen
Project Nexus entwickelte ein Modell zur Verbindung nationaler Echtzeitzahlungssysteme über standardisierte Anschlüsse. Zahlungssystembetreiber können diesen Ansatz als Alternative zu einzelnen bilateralen Verbindungen für jedes Zielland untersuchen. Die BIZ-Arbeiten lieferten einen Prototyp und einen Entwurf für Technologie, Governance und das Betriebsschema.
Die BIZ übergab Nexus an Nexus Global Payments, das teilnehmende Zentralbanken 2025 für die Umsetzung im Echtbetrieb gründeten. Diese Übergabe trennt das abgeschlossene Projekt des BIS Innovation Hub von späteren Umsetzungsarbeiten. Aktuelle Teilnahmebedingungen und die Verfügbarkeit von Leistungen müssen deshalb bei den betreibenden Institutionen geprüft werden.
Project Helvetia: Experiment und Pilot unterscheiden
Der BIS Innovation Hub, die Schweizerische Nationalbank und SIX untersuchten in früheren Project-Helvetia-Experimenten die Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte in Zentralbankgeld. Die Arbeiten untersuchten Wholesale-CBDC und die Integration in bestehende Bankprozesse. Das Experiment des BIS Innovation Hub ist abgeschlossen und unterscheidet sich vom anschließenden Pilot der Schweizerischen Nationalbank.
Das aktuelle Projekt Helvetia wird von der Schweizerischen Nationalbank fortgeführt, deren Pilot mindestens bis Juni 2028 läuft. Der Pilotrahmen der Schweizerischen Nationalbank umfasst die Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte mit Zentralbankgeld.
Project Leap und quantensichere Zahlungen
Project Leap prüfte den Schutz finanzieller Kommunikation und von Zahlungssystemen durch Post-Quanten-Kryptografie. Die erste Phase kombinierte traditionelle und quantenresistente kryptografische Algorithmen in einem hybriden Ansatz. Die zweite Phase ersetzte traditionelle digitale Signaturen durch Post-Quanten-Alternativen und testete dabei Liquiditätstransfers in einem operativen Zahlungssystem.
Die Experimente ermittelten Machbarkeit sowie Leistungseffekte, die für die Planung einer Migration relevant sind. Finanzinstitute müssen bei der Bewertung von Post-Quanten-Kryptografie im Finanzwesen die Kompatibilität von Komponenten und Verarbeitungsanforderungen untersuchen.
Project AISE und belegbare Aufsichtsanalysen
Project AISE ist ein technischer Machbarkeitsnachweis zur verantwortlichen KI-Nutzung in Aufsichtsanalysen. Das Projekt arbeitet mit synthetischen Daten und Anwendungsfällen der Aufsicht über Massenzahlungen. Die Vergleiche umfassen Wissensgraphen, deterministische Analysen und begrenzte modellgestützte Synthese unter gemeinsamen Testbedingungen.
Die vorgeschlagene Architektur untersucht, ob KI-gestützte Ergebnisse auf Nachweise zurückführbar und strukturierter menschlicher Prüfung unterworfen bleiben können. Aufsichtsteams können diese Fragen bei der Gestaltung von Experimenten mit vertraulichen Informationen nutzen.
Abgeschlossene Projekte und spätere Verantwortlichkeiten
Project mBridge untersuchte eine gemeinsame Plattform mit digitalen Währungen mehrerer Zentralbanken für grenzüberschreitende Zahlungen. Die BIZ übergab das Projekt im Oktober 2024 nach der minimal funktionsfähigen Produktstufe an die teilnehmenden Partner. Das abgeschlossene BIZ-Projekt sollte von späteren Arbeiten dieser Partner unterschieden werden.
Finanzteams sollten feststellen, wer ein Projekt aktuell verantwortet und welche Bedingungen tatsächlich getestet wurden. Ein Prototyp, kontrollierte Tests mit echtem Geld und ein allgemein verfügbarer Dienst beantworten jeweils andere betriebliche Fragen. Umsetzungsplanung sollte neben der Technologie auch Integrationsverantwortung und Governance untersuchen.
Kommende Veranstaltungen zu Finanztechnologie
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Themen des BIS Innovation Hub und Finance Loop
Finance Loop verbindet Fachleute für neue Technologien im Finanzwesen über europäische Märkte hinweg. Die Projekte des BIS Innovation Hub liefern konkrete Themen für Austausch über tokenisiertes Geld, Zahlungsinteroperabilität und Technologierisiken. Finanzinstitute und Technologieunternehmen können einschlägige Expertise und berufliche Kontakte für ihre eigene Arbeit in diesen Feldern besprechen.
Unternehmen können Finance Loop zu fachlichem Austausch und relevanten Kontakten ansprechen, die das Experten-Netzwerk ermöglicht.