Der digitale Euro in Frankfurt
Die Europäische Zentralbank steuert das Projekt digitaler Euro aus ihrem Hauptgebäude in der Sonnemannstraße 20 in Frankfurt, die Bundesbank arbeitet als eine von 19 nationalen Zentralbanken mit. Ein Pilot mit 36 Zahlungsdienstleistern ist geplant, die EU-Verordnung steckt im Trilog. Termine zum digitalen Euro stehen im Kalender unten.
Wo der digitale Euro entsteht
Der digitale Euro ist geplantes digitales Bargeld für alle im Euroraum, ausgegeben vom Eurosystem. Die Arbeit sitzt in Frankfurt: Die Europäische Zentralbank führt das Projekt aus ihrem Hauptgebäude in der Sonnemannstraße 20 im Ostend, und dort tagt auch der EZB-Rat, der über die Ausgabe entscheidet. Die Bundesbank mit ihrer Zentrale ebenfalls in Frankfurt ist eine von 19 nationalen Zentralbanken im Projekt. Auf ihrer Seite zum digitalen Euro beschreibt sie ihren Teil an Tests und technischer Vorbereitung und schreibt, dass der digitale Euro die Rolle von Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel stärken soll.
Für Banken und Zahlungsfirmen der Stadt heißt das: Die Regeln, nach denen sie bauen müssen, entstehen wenige Straßen entfernt. Die EZB veröffentlicht jeden Schritt auf ihrer Fortschrittsseite (auf Englisch), auch das Regelwerk, das festlegt, wie Banken, Händler und Apps Zahlungen abwickeln.
Rulebook, Pilot und Einführung
Die EZB hat die Vorbereitungsphase verlassen, nachdem der EZB-Rat den Übergang in die nächste Phase beschlossen hatte. Nächster Schritt ist ein zwölfmonatiger Pilot, in dem laut Bundesbank 36 Zahlungsdienstleister den digitalen Euro mit ausgewählten Händlern und Beschäftigten des Eurosystems testen. Ein Entwurf des Rulebooks liegt in Version 0.91 vor. Eine erste Ausgabe hält die EZB 2029 für möglich, wenn die EU-Verordnung rechtzeitig kommt; über die Ausgabe entscheidet sie erst danach.
Wann der digitale Euro nach Deutschland kommt, ist in Frankfurt, Offenbach oder Lissabon dieselbe Frage: Sie hängt am Gesetzgeber. Rat und Europäisches Parlament haben ihre Positionen beschlossen, der Trilog mit der Kommission läuft, so die EZB in ihren FAQ (auf Englisch). Rechtsgrundlage ist der Kommissionsvorschlag COM(2023) 369, der den digitalen Euro zum gesetzlichen Zahlungsmittel machen würde, für Basiszahlungen von Privatleuten kostenlos.
Haltelimit, Offline-Zahlung und Datenschutz
Der Vorschlag erlaubt der EZB, den Bestand pro Person zu begrenzen, damit nicht zu viele Einlagen aus den Banken abfließen. Eine Obergrenze steht noch nicht fest. Auf Bitten der Gesetzgeber testete die EZB hypothetische Limits bis 3.000 Euro pro Person und fand keinen Schaden für die Finanzstabilität. Wer sein Konto für den digitalen Euro mit einem Bankkonto verknüpft, kann trotzdem größere Beträge zahlen, der Rest kommt sofort vom Bankkonto. Zinsen gäbe es keine.
Geplant ist auch ein Offline-Euro, der von Handy zu Handy oder zum Terminal ohne Verbindung funktioniert, mit Privatsphäre nahe am Bargeld: Nur Zahler und Empfänger kennen die Details. Online identifiziert die Bank oder der Anbieter den Nutzer nach den Geldwäscheregeln, wie bei jedem Konto. Die Wissensseite zum digitalen Euro hat den ganzen Zeitplan und die Artikel des Vorschlags.
Was Frankfurts Banken davon halten
Das Center for Financial Studies im House of Finance der Goethe-Universität befragte Fachleute und Entscheider der deutschen Finanzbranche. 62,3 % hielten einen digitalen Euro für nicht nötig, rund 67 % erwarteten geringe oder sehr geringe Akzeptanz bei Privatkunden, und über 65 % sahen negative oder sehr negative Folgen für die Banken. Frankfurt Main Finance förderte die Studie. Finance Loop berichtete darüber: CFS-Umfrage zeigt Skepsis.
Die Kosten für die Banken schätzt die EZB auf 4 bis 5,8 Milliarden Euro. Banken würden ihn verteilen, Händler mit digitaler Zahlung müssten ihn annehmen, und Kartensysteme, Wallets wie Wero und Euro-Stablecoins träfen im selben Checkout auf ihn.
Kommende Events zu digitalem Euro und Payments in Frankfurt
Finance Loop und der digitale Euro
Finance Loop ist in Frankfurt der Treffpunkt für Fachleute aus Zentralbanken, Geschäftsbanken, Zahlungsanbietern und Fintechs, die am digitalen Euro arbeiten. Die Digital Euro Association (DEA), ein Frankfurter Thinktank für digitales Geld am Thurn-und-Taxis-Platz 6, ist seit November 2025 strategischer Partner von Finance Loop. Die DEA richtet die Digital Euro Conference an der Frankfurt School of Finance & Management aus, wo sich jährlich Zentralbanken aus über 50 Ländern treffen.
Finance Loop war Partner der DEC 2026, die nächste Ausgabe, DEC 2027, ist am selben Ort geplant. Bei Capital & Code in Frankfurt, wo Finance Loop Medienpartner ist, diskutiert Dr. Alexandra Hachmeister, die bei der Deutschen Bundesbank die Arbeit am digitalen Euro leitet, mit J.P. Morgan, Schwarz Digits und Ubyx über öffentliches und privates Geld. Finance Loop verbindet die Finanz-, IT- und KI-Communitys in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg.
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Was ist der digitale Euro?
Der digitale Euro ist geplantes digitales Zentralbankgeld für den Euroraum: digitales Bargeld des Eurosystems, geführt bei einer Bank oder öffentlichen Stelle, nutzbar online und offline. Es gibt ihn noch nicht, weil die EU-Verordnung verhandelt wird.
Ab wann kommt der digitale Euro?
Ein festes Datum gibt es nicht. Die EZB plant einen zwölfmonatigen Pilot mit 36 Zahlungsdienstleistern und hält eine erste Ausgabe 2029 für möglich, wenn die Verordnung rechtzeitig kommt. Die Entscheidung folgt erst danach.
Welches Haltelimit gilt?
Der Vorschlag erlaubt der EZB ein Limit pro Person, eine Zahl steht nicht fest. Getestet wurden hypothetische Limits bis 3.000 Euro pro Person, ohne Schaden für die Finanzstabilität. Zahlungen darüber laufen über ein verknüpftes Bankkonto.
Gibt es eine Konferenz zum digitalen Euro?
Ja. Die Digital Euro Conference der Digital Euro Association findet jährlich an der Frankfurt School of Finance & Management statt. Finance Loop ist strategischer Partner der DEA; Details auf der Konferenzseite.
Der digitale Euro und Finance Loop
Der digitale Euro ist ein Kernthema im Track Payments & digitales Geld von Finance Loop. Finance Loop ist strategischer Partner der Digital Euro Association und war Partner der Digital Euro Conference 2026 in Frankfurt. Wer am digitalen Euro arbeitet, trifft sich bei Finance-Loop-Events.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will neue Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment & digitale Vermögenswerte, Payments & digitales Geld und Risk & Compliance.