AFME
AFME, die Association for Financial Markets in Europe, ist der Branchenverband der Banken, die an den europäischen Großhandelsfinanzmärkten tätig sind. Zu den mehr als 150 Mitgliedsfirmen gehören die großen globalen und europäischen Banken, Broker, Kanzleien und weitere Berater. Laut AFME übernehmen die Mitglieder als Underwriter rund 90 Prozent der europäischen Unternehmens- und Staatsanleihen und 85 Prozent der Aktienemissionen in Europa.
AFME vertritt die Mitglieder gegenüber den EU-Institutionen, der britischen Regierung und den Aufsehern, von Kapitalregeln über Verbriefungen bis zur Wertpapierabwicklung. Mehr als 5.000 Fachleute aus Mitgliedsfirmen arbeiten in 16 Ausschüssen und über 100 Arbeitsgruppen an Stellungnahmen, Musterdokumenten und Branchenleitlinien. AFME wurde 2009 gegründet und veröffentlicht vierteljährlich Datenberichte zu den europäischen Kapitalmärkten.
Mitglieder und Mitgliedschaft
AFME bietet Organisationen, die an den europäischen Großhandelsfinanzmärkten tätig sind, zwei Stufen der Mitgliedschaft. Die volle Mitgliedschaft steht Banken offen, die in fast allen Boards, Ausschüssen und Arbeitsgruppen mitarbeiten, sowie Brokern und Corporate-Finance-Beratern mit Zugang zu sechs Ausschüssen und ausgewählten Arbeitsgruppen. Die assoziierte Mitgliedschaft richtet sich an Kanzleien, Ratingagenturen, Wirtschaftsprüfer, Emittenten, Börsen, Treuhänder, Anbieter und Investoren, die in den Ausschüssen für High Yield, Verbriefung und Sustainable Finance mitwirken.
Zu den Mitgliedern aus Deutschland zählen die Commerzbank und die Förderbank KfW sowie die Deutsche Bank, die auch im Board vertreten ist. Auch Euronext, die Luxemburger Börse und das Verbriefungsdatenregister European DataWarehouse gehören zu den Mitgliedsfirmen von AFME. Über die Global Financial Markets Association arbeitet AFME mit den Schwesterverbänden SIFMA in den USA und ASIFMA in Asien an globalen Fragen.
Board, Vorsitz und Geschäftsführung
Juan Blasco, Leiter des globalen institutionellen Geschäfts im Corporate and Investment Banking der BBVA, führt den Vorsitz im Board von AFME. Im Board sitzen leitende Kapitalmarktverantwortliche von Mitgliedsbanken wie BNP Paribas, HSBC, Société Générale und UniCredit. Mario Muth, Global Head of Platforms Sales and Fixed Income Market Structure, ist das Board-Mitglied der Deutschen Bank.
Adam Farkas ist Chief Executive Officer von AFME und gehört dem Board an. Im Team arbeiten Managing Directors für Kapitalmärkte, Interessenvertretung, Research, Verbriefung, Sustainable Finance sowie Technologie und Operations.
Konferenzen und Events
AFME richtet mehr als 15 Events im Jahr aus, mit über 400 Sprechern und mehr als 3.500 Teilnehmenden aus 39 europäischen Ländern. OPTIC in London ist die AFME-Konferenz zu Operations, Post-Trade und Technologie, mit Themen wie dem Wechsel zum T+1-Settlement, KI im Betrieb und DLT-basierten Marktstrukturen.
Die European AML Conference von AFME bringt Aufseher und Compliance-Teams in Frankfurt zusammen, dem Sitz der EU-Geldwäschebehörde AMLA, und behandelt die Umsetzung der neuen EU-Regeln. Außerdem veranstaltet AFME seit mehr als zwei Jahrzehnten die European Government Bond Conference in Brüssel. Global ABS in Barcelona ist ein Partner-Event von AFME zu Verbriefungen und feierte 2026 sein 30-jähriges Bestehen.
Kommende Fintech- und Finanz-Events in Europa
Verbriefungsdaten und weitere Berichte
Das Research-Team von AFME unter Julio Suarez, Managing Director für Research, veröffentlicht vierteljährlich Datenberichte zu den europäischen Kapitalmärkten. Dazu gehört der Securitisation Data Report zum europäischen Verbriefungsmarkt, weitere Quartalsberichte behandeln Staatsanleihen, High Yield und Leveraged Loans, ESG-Finanzierungen, Aufsichtsdaten und Aktienemissionen.
Der CMU-KPI-Bericht von AFME misst mit einer Reihe von Kennzahlen die Fortschritte auf dem Weg zur Kapitalmarktunion. Die neunte Ausgabe zieht eine Zwischenbilanz der Strategie der Europäischen Kommission für die Spar- und Investitionsunion. Dazu kommen ein Jahresrückblick und Positionspapiere von AFME, etwa zur Konsolidierung der Banken in Europa.
DLT und digitale Kapitalmärkte
Die Arbeit von AFME zur digitalen Innovation umfasst den Einsatz von KI in Banken, das Teilen von Daten, Cyber-Resilienz nach dem Digital Operational Resilience Act und den Ausbau der Distributed-Ledger-Technologie an den Kapitalmärkten. Im April 2026 veröffentlichte AFME eine Vision für eine DLT-basierte europäische Marktarchitektur aus Asset-Ledgern, die regulierte Finanzinstitute betreiben und Interoperabilitätsprotokolle verbinden.
Das Papier empfiehlt unter anderem DLT-basiertes Zentralbankgeld über die Eurosystem-Initiative Pontes, die Notenbankfähigkeit aller DLT-Wertpapiere und ein dauerhaftes EU-Regime für DLT-Marktinfrastrukturen. Zuvor hatte AFME Fahrpläne für DLT-Märkte in der EU und in Großbritannien veröffentlicht, dazu einen Fahrplan für DLT-basierte Anleihen von Staaten und öffentlichen Emittenten. AFME ist außerdem an den Arbeiten zum britischen digitalen Gilt DIGIT beteiligt.
Büros in London, Brüssel und Frankfurt
AFME arbeitet von drei Büros aus: Level 10, 20 Churchill Place, London E14 5HJ; Rue de la Loi 82, 1040 Brüssel; und c/o Spaces, Große Gallusstraße 16, 60311 Frankfurt am Main. Für Deutschland ist Arved Kolle als Managing Director zuständig, der auch die Verbindung zur Europäischen Zentralbank und die Beziehungen zwischen EU und Großbritannien betreut. Jan Emig ist im Team von AFME Manager für die Interessenvertretung in Deutschland.
AFME und Finance Loop
Mitglieder von Finance Loop in Banken, bei Asset Managern und Marktinfrastrukturen arbeiten an den Dossiers, die AFME gegenüber der Politik vertritt, vom Wechsel zu T+1 in der Wertpapierabwicklung bis zu DLT-basierten Anleihen und den neuen EU-Regeln gegen Geldwäsche. Finance Loop bespricht diese Fragen bei seinen Events im Schwerpunkt Investment und digitale Vermögenswerte.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.