MiCA Frankreich
MiCA in Frankreich umfasst die EU-Regeln für Krypto-Dienstleistungen von der Verwahrung über den Handel bis zur Beratung, für Firmen in Frankreich und ihre Kunden. Die Autorité des marchés financiers (AMF) ist die zuständige Behörde, die in Frankreich die CASP-Zulassung erteilt. Ein von der AMF zugelassener Anbieter kann nach einer Notifizierung Kunden in den anderen EU- und EWR-Staaten bedienen.
Vor MiCA registrierte Frankreich Kryptofirmen in einem eigenen Regime für Anbieter digitaler Vermögenswerte, PSAN genannt, eingeführt mit dem PACTE-Gesetz vom 22. Mai 2019. Frankreich nutzte die volle Übergangsfrist von 18 Monaten, sodass PSAN-Firmen bis 1. Juli 2026 weiterarbeiten konnten. Seitdem dürfen nur zugelassene oder notifizierte Anbieter Kunden in Frankreich Krypto-Dienste anbieten.
Die AMF als zuständige Behörde
Die AMF entscheidet über Zulassungsanträge nach Artikel 63 von MiCA und nimmt die Notifizierungen von Banken und Wertpapierfirmen nach Artikel 60 entgegen. Bank- und Zahlungsaufsicht liegen bei der ACPR in der Banque de France, daher hat eine Firma mit Krypto- und Zahlungsdiensten mit beiden Behörden zu tun. Schon vor MiCA glich die AMF die PSAN-Anforderungen an die CASP-Regeln an, was registrierten Firmen den Weg zur Zulassung verkürzte.
Von der PSAN-Registrierung zur Frist am 1. Juli 2026
Frankreich meldete nach Artikel 143 Absatz 3 eine Übergangsfrist von 18 Monaten, das Maximum unter MiCA, wie die ESMA-Liste der Übergangsfristen zeigt. Eine vor dem 30. Dezember 2024 registrierte PSAN-Firma konnte daher bis 1. Juli 2026 weiterarbeiten, oder bis die AMF über ihren Antrag entschied. Zum Ende der Frist zählte die AMF 31 zugelassene Anbieter von 283 in der ganzen EU.
Firmen ohne Zulassung mussten ihr Frankreich-Geschäft abwickeln, Kunden vorab informieren und deren Kryptowerte zu einem zugelassenen Anbieter oder in ein eigenes Wallet übertragen. Deutschland, Österreich und die Niederlande wählten eine kürzere MiCA-Übergangsfrist als Frankreich.
Wer in Frankreich eine MiCA-Zulassung hat
Das ESMA-Interimsregister vom 18. Oktober 2026 nennt 36 Krypto-Dienstleister mit Frankreich als Herkunftsmitgliedstaat. Die Einträge reichen von Banken und Asset Managern bis zu Kryptoplattformen, CACEIS Bank steht seit Juni 2025 mit Verwahrung, Auftragsübermittlung und Transfer im Register. Société Générale-FORGE folgte im Oktober 2025 mit Verwahrung und Transfer, die sie in 29 Länder passportieren darf.
Circle Internet Financial Europe hat eine französische Zulassung für Verwahrung und Transfer, ebenso SwissBorg, eine Krypto-Anlage-App, und Meria, eine Plattform für Staking und Handel. Coinhouse, Paymium und die Market Maker Keyrock und Flowdesk stehen ebenfalls im französischen Teil des Registers. Bpifrance Investissement, der Investmentarm der staatlichen Förderbank, ist nur für Kryptoberatung in Frankreich eingetragen.
Finance Loop und MiCA in Frankreich
Finance Loop verbindet Compliance- und Digital-Asset-Teams in Deutschland mit Fachleuten, die am französischen Markt arbeiten. Finance Loop war mit Finteda Partner von AI in Finance Paris, einem Expertentreffen in Puteaux bei La Défense. Beim Bybit EU Crypto Evening in Frankfurt sprach Mykolas Majauskas, Senior Director of Policy, über Compliance unter MiCAR. Finance Loop führt außerdem das MiCAR-Zertifikatsprogramm der EBS Executive School und der Kanzlei HEUKING.
Kommende Termine zur Krypto-Regulierung
Die Whitelist der AMF
Die AMF veröffentlicht Whitelists mit jedem in Frankreich zugelassenen Krypto-Dienstleister, seiner Kategorie, dem Zulassungsdatum und den erlaubten Diensten. Die Listen gibt es als CSV- oder PDF-Datei, und das ESMA-Register zeigt Anbieter aus anderen Mitgliedstaaten, die Kunden in Frankreich bedienen.
Die MiCA-Lizenz in Frankreich
Eine Firma beantragt bei der AMF die Zulassung nach Artikel 63 und muss Governance, Eigenmittel, Verwahrung und Kontrollen gegen Geldwäsche nachweisen. Banken, Wertpapierfirmen und E-Geld-Institute mit französischer Lizenz können stattdessen nach Artikel 60 bei der AMF notifizieren. Die Anforderungen an eine CASP-Lizenz sind in jedem Mitgliedstaat gleich.
Die Frist für PSAN-Firmen
Die französische Übergangsfrist endete am 1. Juli 2026, nach den vollen 18 Monaten, die MiCA für national registrierte Firmen erlaubt. Eine PSAN-Registrierung allein erlaubt keine Krypto-Dienste in Frankreich mehr, und die AMF verfolgt die Abwicklung nicht zugelassener Firmen.
Was das Agrément der AMF abdeckt
Das Agrément der AMF ist die Zulassung nach Artikel 63 von MiCA, und der Registereintrag nennt jeden Krypto-Dienst, den die Firma erbringen darf. Meria etwa hat ein Agrément für Verwahrung, Tausch gegen Geld, Auftragsausführung, Beratung, Portfolioverwaltung und Transfer in acht Ländern.
MiCA-Regeln für Kryptoplattformen in Frankreich
Die Pflichten einer Kryptoplattform in Frankreich ergeben sich aus der Verordnung (EU) 2023/1114, das französische Recht ergänzt Befugnisse der AMF und Sanktionen. Eine in einem anderen Mitgliedstaat zugelassene Plattform darf Kunden in Frankreich bedienen, sobald ihre Behörde die Notifizierung an die AMF weitergeleitet hat.
MiCA in Frankreich und Finance Loop
Finance Loop behandelt MiCA im Themenfeld Risiko und Compliance, auch die französischen Zulassungen, die Anbieter wie Meria und SwissBorg nach Deutschland passportieren. Finance Loop bringt Compliance-Verantwortliche von Banken, Brokern und Kryptofirmen bei Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg mit Anwälten und Aufsehern zusammen.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.