MiCA in Österreich
MiCA in Österreich umfasst die EU-Regeln für die Ausgabe von Kryptowerten und für Krypto-Dienstleistungen, für Firmen in Österreich und ihre Kunden. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) in Wien lässt Krypto-Dienstleister zu und beaufsichtigt sie, sobald sie eine Lizenz haben. Mit einer österreichischen Zulassung kann ein Anbieter nach einer Notifizierung Kunden in den anderen EU- und EWR-Staaten bedienen.
Österreich setzte MiCA mit dem MiCA-Verordnung-Vollzugsgesetz (MiCA-VVG) um, das am 20. Juli 2024 in Kraft trat. Firmen, die vor dem 30. Dezember 2024 als Anbieter virtueller Vermögenswerte registriert waren, hatten zwölf Monate für ihre Zulassung. Jeder österreichische Eintrag im ESMA-Register ist eine volle Zulassung nach Artikel 63.
Die FMA und das MiCA-VVG
Das MiCA-VVG benennt die FMA als zuständige Behörde für MiCA in Österreich, der Nationalrat beschloss es am 3. Juli 2024. Die FMA entscheidet über Anträge nach Artikel 63 und nimmt Notifizierungen österreichischer Banken und Wertpapierfirmen nach Artikel 60 entgegen. In ihren Hinweisen für Krypto-Dienstleister erwartet die FMA Personal und Entscheidungen in Österreich, nicht nur eine Adresse.
Zwölf Monate Übergang
Österreich meldete nach Artikel 143 Absatz 3 eine Übergangsfrist von zwölf Monaten, wie die ESMA-Liste der Übergangsfristen zeigt. Nach dem Geldwäschegesetz registrierte Anbieter konnten bis Ende 2025 weiterarbeiten, während die FMA ihre Anträge prüfte. Deutschland wählte ebenfalls zwölf Monate, Frankreich und Luxemburg erlaubten achtzehn.
Auch Irland, Litauen, die Slowakei und Norwegen wählten zwölf Monate als MiCA-Übergangsfrist.
Wer in Österreich eine MiCA-Zulassung hat
Das ESMA-Interimsregister vom 18. Oktober 2026 nennt 12 Krypto-Dienstleister mit Österreich als Herkunftsmitgliedstaat, alle mit Zulassung nach Artikel 63. Bitpanda erhielt die Zulassung am 9. April 2025 für Verwahrung, Tausch, Auftragsausführung, Platzierung und Transfer und passportiert sie in 30 Länder. Bybit EU folgte am 28. Mai 2025, KuCoin EU am 27. November 2025.
AMINA (Austria) gibt der Schweizer AMINA-Gruppe eine EU-Einheit für Verwahrung, Tausch, Portfolioverwaltung und Transfer. Coinfinity in Graz, 21bitcoin und DADAT Krypto sind österreichische Firmen im Register, BingX EU ist der jüngste Eintrag vom 13. Oktober 2026.
Finance Loop und MiCA in Österreich
Finance Loop verbindet Compliance- und Digital-Asset-Teams in Deutschland mit österreichischen Anbietern, die deutsche Kunden mit ihrer FMA-Zulassung bedienen. Bybit EU, von der FMA in Wien zugelassen, lud zum Bybit EU Crypto Evening in Frankfurt, wo Mykolas Majauskas, Senior Director of Policy, über Compliance unter MiCAR sprach. Später veranstaltete Bybit EU am Vorabend der Crypto Assets Conference eine Roadshow mit Circle in Frankfurt. Finance Loop führt außerdem das MiCAR-Zertifikatsprogramm der EBS Executive School und der Kanzlei HEUKING.
Kommende Termine zur Krypto-Regulierung
Die MiCA-Lizenz in Österreich
Eine Firma beantragt bei der FMA die Zulassung nach Artikel 63 und muss Governance, Eigenmittel, Verwahrung und Kontrollen gegen Geldwäsche nachweisen. Die FMA erwartet eine echte Präsenz in Österreich, mit Geschäftsleitung und Personal im Land. Die Anforderungen an eine CASP-Lizenz sind in jedem Mitgliedstaat gleich.
Was die FMA zu MiCA veröffentlicht
Die FMA erklärt die Einteilung der Kryptowerte, die Pflichten von Emittenten und Anbietern und die Daten, ab denen die Teile von MiCA gelten. Die Regeln für vermögenswertreferenzierte Token und E-Geld-Token gelten seit 30. Juni 2024, die für Krypto-Dienstleister seit 30. Dezember 2024.
In Wien lizenzierte Krypto-Börsen
Bybit EU, KuCoin EU, WhiteBIT EU und BingX EU führen ihr Europageschäft aus Wien mit einer Zulassung der FMA. Jede dieser Börsen darf ihre Dienste in mindestens 28 Länder der EU und des EWR passportieren, darunter Deutschland.
MiCA-VVG und österreichisches Recht
MiCA gilt in Österreich unmittelbar, und das MiCA-VVG regelt, was die Verordnung den Staaten überlässt, vor allem Befugnisse der FMA und Strafen. Vor MiCA registrierten sich österreichische Kryptofirmen bei der FMA nach dem Geldwäschegesetz, ohne EU-Pass.
EU-Kunden aus Österreich bedienen
Ein Anbieter mit österreichischer Zulassung meldet der FMA die Länder, in denen er Kunden bedienen will, und die FMA leitet die Meldung an deren Aufsicht weiter. So bedienen Bitpanda und Bybit EU deutsche Kunden ohne eigene Lizenz der BaFin.
MiCA in Österreich und Finance Loop
Finance Loop behandelt MiCA im Themenfeld Risiko und Compliance, auch die österreichischen Zulassungen, die Bitpanda und Bybit EU nach Deutschland passportieren. Finance Loop bringt Compliance-Verantwortliche von Banken, Brokern und Kryptofirmen bei Events in Frankfurt, München, Berlin und Hamburg mit Anwälten und Aufsehern zusammen.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, Tokenisierung, Stablecoins und DeFi. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.