MME

MME ist eine Schweizer Kanzlei für Recht, Steuern und Compliance mit Büros in Zürich und Zug. Drei Einheiten für Recht, Steuern und Compliance arbeiten gemeinsam für Unternehmen und Privatpersonen in der Schweiz und im Ausland, von Übernahmen und Streitfällen bis zu Steuerrulings und Bewilligungen im Finanzmarktrecht. Die Kanzlei wurde 1999 gegründet und beschäftigt heute mehr als 140 Mitarbeitende an ihren beiden Standorten.

Für Blockchain-Unternehmen berät MME zu Protokollen, DeFi-Anwendungen, Krypto-Börsen, der Verwahrung digitaler Vermögenswerte, DAOs und NFTs. Zu den Mandanten gehören Start-ups aus dem Crypto Valley rund um Zug ebenso wie internationale Konzerne, Finanzdienstleister und professionelle Investoren. Die Arbeit reicht von der Token-Klassifizierung über Token-Angebote und Stiftungen bis zu Bewilligungen der FINMA und der Besteuerung von Token.

Recht, Steuern und Compliance

Die drei Buchstaben MME stehen für die Nachnamen der Gründungspartner Bernhard Meyer, Luka Müller und Martin Eckert, die die Kanzlei 1999 gleichzeitig in Zürich und Zug gründeten. Zu den Mandanten von MME zählen Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen, multinationale Konzerne und Privatpersonen. Die Fachgebiete reichen vom Bank- und Versicherungsrecht über Datenschutz und geistiges Eigentum bis zu Arbeitsrecht, Immobilien, Übernahmen, Prozessführung und Notariat.

Neben Anwältinnen, Anwälten und Steuerberatern hat MME eine eigene Compliance-Einheit, die als externer Compliance Officer für Vermögensverwalter und Fondsleitungen arbeitet. Die Einheit prüft Geschäftsbeziehungen auf Sanktionen und politisch exponierte Personen, schreibt Weisungen gegen Geldwäsche und bereitet die zugehörigen Prüfungen vor. Für Krypto-Firmen führt dasselbe Team Blockchain-Analysen von Transaktionen mit Kryptowährungen durch und ordnet DLT-Geschäftsmodelle Risikokategorien zu.

Blockchain, Token und DAOs

Die Blockchain-Praxis von MME klassifiziert Token nach Schweizer Zivil- und Aufsichtsrecht, strukturiert Token-Angebote wie ICOs, STOs und Token Generation Events und gründet Gesellschaften und Stiftungen. Die Anwälte entwerfen die Verträge rund um ein Token-Projekt, von SAFTs und Entwicklungsverträgen bis zu Open-Source-Lizenzen und Mitarbeiterbeteiligungen. Steuerberater verhandeln Rulings zu Token mit den Steuerbehörden und klären, wie die Krypto-Steuer in der Schweiz bei direkten Steuern, Mehrwertsteuer, Stempelabgaben und Verrechnungssteuer greift.

Für die Token-Klassifizierung führte MME 2018 ein eigenes BCP-Framework ein (auf Englisch), in dem Asset-, Counterparty- und Ownership-Token ein Recht an einem Vermögenswert verkörpern und andere Token nicht. Die FINMA hat das Framework als solches nicht genehmigt, und MME wendet es etwa auf tokenisierte Anlagefonds an. Partner Andreas Glarner und Steuerpartner Thomas Linder leiten die Praxis, die Chambers für Blockchain und Kryptowährungen in Band 1 führt.

Auch dezentrale Organisationen zählen zu den Mandanten, und die 1inch DAO beauftragte MME als Rechtsberaterin für rechtliche, steuerliche und regulatorische Leistungen. Bei einem solchen Mandat reicht die Kanzlei ihren Vorschlag bei der DAO ein, deren Token-Inhaber ihn diskutieren und darüber abstimmen.

Das erste Schweizer DLT-Handelssystem

Das Schweizer DLT-Gesetz schuf eine neue Bewilligung für DLT-Handelssysteme, die auch Privatkunden zulassen, DLT-Effekten verwahren und Geschäfte damit abwickeln dürfen. Romedi Ganzoni und Andreas Glarner, beide Partner bei MME, erläuterten die neue Bewilligungskategorie, als der Verordnungsentwurf im November 2020 erschien. Im März 2025 bewilligte die FINMA BX Digital, eine Schwestergesellschaft der BX Swiss und Teil der Boerse Stuttgart Group, als erstes DLT-Handelssystem der Schweiz.

MME beriet BX Digital in allen rechtlichen Fragen des Bewilligungsverfahrens, mit einem Team unter der Leitung von Partner Ronald Kogens. BX Digital handelt tokenisierte Finanzinstrumente und wickelt sie auf der öffentlichen Ethereum-Blockchain ab. Die Zahlungsseite jedes Geschäfts läuft über Swiss Interbank Clearing, das Zahlungssystem im Auftrag der Schweizerischen Nationalbank.

Neue Bewilligungen für Krypto-Firmen

Am 22. Oktober 2025 eröffnete der Bundesrat die Vernehmlassung zu Änderungen des Finanzinstitutsgesetzes, die MME für Stablecoin-Emittenten und Krypto-Dienstleister ausgewertet hat. Nach dem Entwurf darf in der Schweiz nur ein Zahlungsmittelinstitut Stablecoins ausgeben, die an den Franken oder eine andere einzelne Fiat-Währung gebunden sind. Solche Stablecoins müssen voll gedeckt, jederzeit zum Nennwert rückzahlbar und in einem veröffentlichten Whitepaper beschrieben sein.

Die zweite neue Kategorie, das Kryptoinstitut, umfasst die Verwahrung von Kryptowerten, Handelsplattformen, Brokerage, Market Making und Staking für Kunden. Die Kapital- und Risikoregeln orientieren sich an jenen für Wertpapierhäuser, und viele Krypto-Dienstleister, die heute nur einer Selbstregulierungsorganisation angeschlossen sind, bräuchten diese Bewilligung. MME rechnet frühestens 2027 mit dem Inkrafttreten, und der Entwurf kann sich in der Vernehmlassung noch ändern.

Zur Travel Rule berät MME Krypto-Dienstleister bei Transfers von und zu Self-hosted Wallets. Die FINMA-Aufsichtsmitteilung 02/2019 verlangt von Schweizer VASPs, den wirtschaftlich Berechtigten jeder externen Wallet vor einer Transaktion festzustellen, wie bei eigenen Kunden.

Kommende Fintech- und Finanz-Events in der Schweiz

Büros in Zürich und Zug

MME hat zwei Büros, eines an der Zollstrasse 62 in Zürich und eines an der Gubelstrasse 22 in Zug. Das Büro in Zug liegt fünf Gehminuten vom Bahnhof Zug entfernt, und auch die MME Compliance AG ist in Zug eingetragen. Zug ist das Zentrum des Crypto Valley, und Start-ups aus diesem Umfeld gehören zu den Blockchain-Mandanten der Kanzlei. Steuerpartner Samuel Bussmann und Tax Counsel Christina Stocker schrieben über die Änderung des Zuger Steuergesetzes, die den kantonalen Steuerfuss für 2026 bis 2029 von 82 auf 78 Prozent senkt.

Was regelt das DLT-Gesetz?

Das DLT-Gesetz ist das Bundesgesetz zur Anpassung des Bundesrechts an Entwicklungen der Technik verteilter elektronischer Register, das das Parlament in der Herbstsession 2020 verabschiedete. Das Gesetz führte Registerwertrechte ein, mit denen Unternehmen Aktien und andere Rechte als Token ausgeben können, sowie die Bewilligung für DLT-Handelssysteme. Artikel 973d des Obligationenrechts nennt das Register hinter solchen Token Wertrechteregister, und die Krypto-Regulierung in der Schweiz baut auf diesen Regeln auf.

Braucht Staking in der Schweiz eine Banklizenz?

Custodial Staking braucht in der Schweiz keine Banklizenz, wenn der Verwahrer die gestakten Vermögenswerte jederzeit kontrolliert, wie die FINMA in einer Aufsichtsmitteilung festhielt, die MME im Dezember 2023 zusammenfasste. Im zulässigen Aufbau hält der Verwahrer die Withdrawal Keys, während ein externer Node-Betreiber die Validator Keys halten darf. MME war an der gemeinsamen Intervention der Branche beteiligt, nachdem die FINMA 2023 die Frage nach dem Bankengesetz aufgeworfen hatte. Für die Mehrwertsteuer bestätigte die Eidgenössische Steuerverwaltung einen Ruling-Antrag, nach dem die Delegation der Staking-Funktion an einen Validator eine steuerbare Leistung des Token-Inhabers ist.

Was ist die FINMA-Fintech-Lizenz?

Mit der Fintech-Bewilligung der FINMA darf ein Unternehmen Publikumseinlagen bis 100 Millionen Franken annehmen, solange es sie weder ausleiht noch verzinst. Der Entwurf vom Oktober 2025 würde sie durch die Bewilligung als Zahlungsmittelinstitut ersetzen, die die Grenze von 100 Millionen Franken aufhebt. MME begleitet Bewilligungsverfahren bei der FINMA für Banken, Wertpapierhäuser, Handelsplätze, Versicherer und Fintech-Unternehmen.

MME und Finance Loop

Finance Loop behandelt Bewilligungen im Finanzmarktrecht, Pflichten gegen Geldwäsche und die Travel Rule im Track Risiko und Compliance, dem Feld, in dem MME Krypto-Firmen und Vermögensverwalter berät. Token-Klassifizierung, Verwahrung und Staking gehören zum Track Investment und digitale Vermögenswerte. MME war Partner des CV Summit 2026 in Zürich, den CV Labs am 29. und 30. September 2026 im Kongresshaus ausrichtete.

Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Kompetenzen und persönliche Netzwerke in diesen Bereichen aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.

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