Projekt Mandala

Projekt Mandala ist ein Experiment zur Einbindung regulatorischer Prüfungen in grenzüberschreitende Finanztransaktionen. Das Projekt untersucht, wie Institute bestimmte Anforderungen vor der Zahlungsauslösung prüfen und einen kryptografischen Compliance-Nachweis entlang der Transaktionskette weitergeben können.

Der BIS Innovation Hub leitet diese Forschung mit Zentralbankpartnern aus mehreren Rechtsräumen. Projekt Mandala verbindet programmierbare Regeln mit datenschutzwahrender Berechnung und verknüpft Finanz-Compliance mit der technischen Gestaltung von Zahlungsinfrastruktur.

Compliance by Design vor einer Zahlung

Grenzüberschreitende Transaktionen können Prüfungen unterschiedlicher nationaler Beschränkungen erfordern, bevor Geld zwischen Instituten fließt. Projekt Mandala setzt Compliance by Design um, indem ausgewählte regulatorische Anforderungen in einem gemeinsamen Transaktionsprotokoll abgebildet werden. Die Architektur verbindet Peer-to-Peer-Nachrichtenübermittlung mit einer Regelmaschine und einem Nachweismodul für kryptografische Prüfungen.

Die experimentelle Mandala-Architektur prüft die geltenden Bedingungen vor der Auslösung eines Zahlungsauftrags. Nach bestandenen Prüfungen erzeugt das Nachweismodul Belege, die den Auftrag oder den Abwicklungswert begleiten können. Beteiligte Institute können den Nachweis während des jeweiligen Transaktionsprozesses überprüfen.

Kryptografische Nachweise und Schutz der Kundendaten

Mandala nutzt Zero-Knowledge-Proofs und sichere Mehrparteienberechnung für Prüfungen mit begrenzter Offenlegung zugrunde liegender Informationen. Ein Zero-Knowledge-Proof kann die Erfüllung einer bestimmten Bedingung nachweisen, ohne die dafür verwendeten privaten Daten offenzulegen. Sichere Mehrparteienberechnung ermöglicht Beteiligten die Berechnung eines Ergebnisses aus privaten Eingaben, ohne diese gegenseitig offenzulegen.

Diese Verfahren verbinden Zero-Knowledge-Proofs im Finanzwesen mit einem konkreten Compliance-Prozess zwischen beteiligten Instituten. Der Nachweis belegt die codierte Aussage unter den gewählten kryptografischen Annahmen. Finanzinstitute benötigen weiterhin verlässliche Quelldaten und eine angemessene Auslegung der jeweils geprüften regulatorischen Anforderung.

Grenzüberschreitende Kredite und Investitionen

Das Kreditbeispiel der ersten Phase verband ein Finanzinstitut in Singapur mit einem Institut in Malaysia. Das Experiment kombinierte Sanktionsprüfungen mit Kontrollen von Maßnahmen zur Steuerung grenzüberschreitender Kapitalbewegungen. Zentralbanken konnten außerdem die Compliance-Überwachung innerhalb desselben experimentellen Rahmens untersuchen.

Ein zweites Beispiel untersuchte die Finanzierung von Kapitalinvestitionen zwischen Südkorea und Australien durch eine Transaktion mit nicht börsennotierten Wertpapieren. Das Experiment umfasste Sanktionsprüfungen und Meldepflichten zur Steuerung von Kapitalbewegungen. Die Beispiele prüften bestimmte regulatorische Prozesse innerhalb festgelegter Transaktionsszenarien, während die weitergehenden Compliance-Pflichten der Institute bestehen blieben.

Anbindung an Zahlungs- und Abwicklungssysteme

Mandala testete Anbindungen an eine Umgebung für digitales Zentralbankgeld im Großkundengeschäft sowie an traditionelle Zahlungsnachrichten über Swift. Programmierbare Compliance für digitale Vermögenswerte lässt sich auch in Smart Contracts einbinden. Dieser Ansatz lässt einen Nachweis die Transaktion begleiten, während die eigentliche Abwicklung dem angeschlossenen Zahlungssystem folgt.

Eine Wholesale-CBDC betrifft das Zentralbankgeld zur Abwicklung zwischen zugelassenen beteiligten Instituten. Mandala untersucht die zugehörigen Compliance-Prüfungen und Nachweise einer grenzüberschreitenden Transaktion. Diese Unterscheidung hilft Teams bei der Bewertung möglicher Verbindungen eines Compliance-Protokolls mit tokenisierten Einlagen oder bestehenden Zahlungsaufträgen. Projekt Agorá untersucht eine Plattform, die tokenisierte Geschäftsbankeinlagen mit tokenisierten Zentralbankreserven zusammenführt. Diese Forschung an Abwicklungsplattformen betrifft eine andere Ebene als die durch Mandala untersuchten Compliance-Prüfungen.

Phase 2 und Zentralbankpartner

Projekt Mandala wird in Phase 2 fortgeführt, geleitet vom BIS Innovation Hub Singapore Centre. Die beteiligten Zentralbanken sind Reserve Bank of Australia, Banque de France, Reserve Bank of India, Central Bank of Kuwait, Bank Negara Malaysia, Bangko Sentral ng Pilipinas und Monetary Authority of Singapore.

Phase 2 untersucht den Nutzen empirisch, erweitert die Forschung auf weitere Anwendungsfälle und prüft den Nutzen für andere Plattformen und Projekte. Das Projekt bleibt experimentell und erforscht weiterhin programmierbare Compliance für digitale Vermögenswerte. Die Forschungsteilnahme belegt weder einen allgemein verfügbaren Zahlungsdienst noch einen produktiven Einsatz in allen beteiligten Ländern.

Codierte Regeln und Nachweise aktuell halten

Der regulatorische Rahmen von Mandala bewahrt die Verantwortung der Finanzinstitute für die Auslegung und Anwendung amtlicher regulatorischer Maßnahmen. Die Abbildung einer Anforderung in Software hängt deshalb von ihrer Übersetzung in eine Regel durch das Institut ab. Der Nachweis einer veralteten Regel kann die Erfüllung der aktuellen Anforderung nicht belegen.

Eine Bank sollte bei der Bewertung dieser Architektur die Verantwortung für Regelaktualisierungen und die Belege jedes Ergebnisses untersuchen. Relevante Fragen betreffen den geltenden Rechtsraum, die verwendeten Quelldaten und die Regelversion hinter dem Nachweis. Diese Umsetzungsfragen dienen der Prüfung eines Compliance-Prozesses, ohne kryptografische Verifikation als vollständiges rechtliches Urteil zu behandeln.

Veranstaltungen zu Payments und Finanz-Compliance

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Projekt Mandala und Finance Loop

Projekt Mandala verbindet programmierbare Compliance mit den Zahlungssystemen, die Finanzinstitute grenzüberschreitend nutzen. Finance Loop bringt Fachleute für neue Technologien im Finanzwesen über europäische Märkte hinweg zusammen. Zahlungsdienstleister und RegTech-Teams können relevante Expertise besprechen und fachliche Kontakte über Finance Loop anfragen.

Das Thema gehört zum Finance-Loop-Bereich Risiko & Compliance und zur technischen Infrastruktur internationaler Zahlungen. Fachlicher Austausch zwischen Compliance-Spezialisten und Zahlungsingenieuren kann untersuchen, wie Institute ausgelegte Anforderungen in Transaktionsprüfungen umsetzen. Finance Loop unterstützt diese fachlichen Verbindungen durch das bestehende Experten-Netzwerk.

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