Kryptofreundliche Länder in Europa
Kryptofreundliche Länder in Europa sind die Staaten, in denen ein Krypto-Unternehmen nach klaren Regeln eine Lizenz erhält und Bankkonten eröffnen kann. In der Europäischen Union und im Europäischen Wirtschaftsraum gilt ein gemeinsames Regelwerk, deshalb unterscheiden sich die Länder vor allem in der Arbeit ihrer Aufsicht und darin, welche Firmen schon dort sitzen.
Elf Länder fallen auf: neun im EWR, wo die Lizenz einer MiCA-Aufsicht für alle Mitgliedstaaten gilt, dazu die Schweiz und das Vereinigte Königreich mit eigenem Krypto-Recht. Im ESMA-Zwischenregister vom 16. Oktober 2026 mit 376 aktiven Einträgen aus 27 Staaten stehen je Land zwischen 6 und 109 Krypto-Dienstleister.
Die elf Länder im Vergleich
Unter MiCA darf ein Krypto-Dienstleister mit Zulassung in einem Mitgliedstaat nach einer grenzüberschreitenden Anzeige Kunden in allen anderen bedienen; die Pflichten sind in Wien dieselben wie in Dublin. Die Unterschiede liegen bei der Aufsicht: wie viele Firmen sie zugelassen hat, welche Banken ihr Krypto-Dienste angezeigt haben und welche Präsenz sie von Antragstellern verlangt. Die Zahlen stammen aus der ESMA-Datei vom 16. Oktober 2026; ein Eintrag ist entweder eine Vollzulassung nach Artikel 63 oder eine Anzeige nach Artikel 60 durch eine Firma mit anderer Finanzlizenz.
| Land | Aufsicht | Registereinträge | Wichtigster Vorteil | Wichtigster Nachteil |
|---|---|---|---|---|
| Österreich | FMA | 12 | Alle 12 Einträge sind Vollzulassungen; EU-Zentralen großer Börsen in Wien | Geschäftsleitung und Personal müssen in Österreich arbeiten |
| Frankreich | AMF | 36 | Krypto-Register seit 2019; Stablecoins von Banken in Paris | Die AMF drohte, Pässe aus anderen Staaten anzufechten |
| Deutschland | BaFin | 109 | Banken ergänzen Krypto per Anzeige; Marktinfrastruktur in Frankfurt | Nur 8 Vollzulassungen für neue Antragsteller |
| Irland | Central Bank of Ireland | 12 | Englischsprachiges EU-Land; Kraken und StoneX zugelassen | Coinbase und Gemini wählten andere Länder |
| Liechtenstein | FMA Liechtenstein | 12 | EWR-Pass direkt neben dem Schweizer Markt; Token-Gesetz seit 2020 | MiCA kam später über EWR-Recht; kleiner Heimatmarkt |
| Litauen | Bank of Lithuania | 6 | E-Geld-Lizenzen und direkter SEPA-Zugang | Wenige Zulassungen nach Ende der Übergangsfrist |
| Luxemburg | CSSF | 13 | Fondsstandort; Verwahrbanken und Coinbase | Neun von 13 Einträgen stammen aus 2026 |
| Malta | MFSA | 23 | Krypto-Gesetz vor MiCA; viele große Börsen | ESMA-Prüfung fand ungelöste Mängel |
| Niederlande | AFM | 28 | Erste Lizenzen am ersten Tag; 21 Vollzulassungen | Nur sechs Monate Übergangsfrist |
| Schweiz | FINMA | außerhalb von MiCA | Krypto-Banken mit voller Bankbewilligung; DLT-Gesetz | Kein EU-Pass; Firmen brauchen eine Gesellschaft im EWR |
| Vereinigtes Königreich | FCA | außerhalb von MiCA | Londoner Kapitalmarkt; neues Krypto-Regime ab 2027 | Kein EU-Pass; bis Oktober 2027 nur Registrierung |
Österreich: FMA, 12 Einträge
Vorteile
Alle 12 österreichischen Einträge sind Vollzulassungen nach Artikel 63, erteilt nach einem vollständigen Antrag. Bitpanda, in Wien gegründet, erhielt die Zulassung am 9. April 2025, und mehrere Börsen von außerhalb der EU folgten mit ihren EU-Gesellschaften. Bybit EU, KuCoin EU, WhiteBIT EU, BingX EU und OSL EU führen ihr Europageschäft mit FMA-Lizenz aus Wien. Warum die veröffentlichten Lizenzvorgaben der FMA diese Firmen anziehen, erklären Veljko Paunović und Josef Redl im profil: Warum Wien zu Europas Krypto-Mekka wird.
Nachteile
In ihren Vorgaben für Krypto-Dienstleister (auf Englisch) verlangt die FMA Personal und Entscheidungen in Österreich, nicht nur eine Geschäftsadresse. Ein Antragsteller muss deshalb Geschäftsleitung und Mitarbeiter im Land ansiedeln, bevor er die Lizenz erhält. Österreich setzt MiCA mit dem MiCA-VVG um, das am 20. Juli 2024 in Kraft trat und die FMA als Aufsicht benennt.
Frankreich: AMF, 36 Einträge
Vorteile
Frankreich registrierte Krypto-Firmen schon lange vor MiCA: Das PACTE-Gesetz vom 22. Mai 2019 schuf das Regime für Anbieter digitaler Vermögenswerte, kurz PSAN, und die AMF glich ihre Anforderungen früh an die CASP-Regeln an. Als die französische Übergangsfrist am 1. Juli 2026 endete, zählte die AMF 31 zugelassene Anbieter (auf Englisch) von 283 in der ganzen EU. In Paris hält Societe Generale-FORGE Zulassungen für Verwahrung und Transfers, und Circle erhielt von der ACPR eine E-Geld-Lizenz für seine Stablecoins.
Nachteile
Im September 2025 sagte AMF-Präsidentin Marie-Anne Barbat-Layani gegenüber Reuters, Frankreich schließe nicht aus, den EU-Pass von anderswo zugelassenen Firmen abzulehnen, wie Cointelegraph berichtet (auf Englisch). Wer in Frankreich Krypto mit Zahlungsdiensten verbindet, hat zwei Aufseher, die AMF für Krypto und die ACPR in der Banque de France für Zahlungen.
Deutschland: BaFin, 109 Einträge
Vorteile
Deutschland hat mit 109 die meisten Registereinträge, und 101 davon sind Anzeigen von Firmen, die bereits eine deutsche Bank- oder Wertpapierlizenz hatten. So bringen Banken Krypto zu ihren eigenen Kunden: 56 Genossenschaftsbanken zeigten die Auftragsausführung an, die DZ BANK betreibt für sie die Plattform meinKrypto, und die Deutsche Bank zeigte am 12. Oktober 2026 Verwahrung und Transfers an. Frankfurt bietet dazu Marktinfrastruktur mit EZB, Bundesbank und Deutsche Börse Group, und die BaFin ließ 21X unter dem DLT-Pilotregime als Handelsplatz für tokenisierte Wertpapiere zu.
Nachteile
Nur acht deutsche Einträge sind Vollzulassungen nach Artikel 63, darunter Boerse Stuttgart Digital Custody, Crypto Finance und BitGo. Eine Krypto-Firma ohne deutsche Bank- oder Wertpapierlizenz durchläuft das vollständige Verfahren der BaFin nach MiCA und Kryptomärkteaufsichtsgesetz (KMAG), und diesen Weg haben bisher nur wenige Neulinge abgeschlossen.
Irland: Central Bank of Ireland, 12 Einträge
Vorteile
Irland ist ein englischsprachiges EU-Land, und die Central Bank of Ireland in Dublin beaufsichtigt Banken, Fonds, Zahlungsdienstleister und Krypto-Dienstleister. Sie erteilte Kraken die MiCA-Lizenz; damit war Kraken die erste große globale Krypto-Börse mit voller MiCA-Lizenz (auf Englisch). Auch StoneX, Interactive Brokers und Virtu Financial bieten Krypto-Dienste über irische Gesellschaften an.
Nachteile
Irland verkürzte seine Übergangsfrist auf 12 Monate, die im Dezember 2025 endeten, wie A&L Goodbody berichtet (auf Englisch). Zwei große Börsen sahen sich Dublin an und gingen woanders hin: Coinbase wählte zuerst Irland und holte die MiCA-Lizenz dann in Luxemburg (auf Englisch), und Gemini entschied sich für Malta als europäischen Sitz.
Liechtenstein: FMA, 12 Einträge
Vorteile
Liechtenstein ist das einzige Land, das die Mitgliedschaft im Europäischen Wirtschaftsraum mit dem Schweizer Franken verbindet, sodass eine Firma mit Lizenz aus Vaduz die EU bedienen und nah am Schweizer Markt bleiben kann. Das Token- und VT-Dienstleister-Gesetz (TVTG) (auf Englisch) gilt seit dem 1. Januar 2020 und regelt neben MiCA das Zivilrecht der Token. Sygnum Europe und Bitcoin Suisse (Europe) erhielten im Juni 2026 ihre Zulassungen, und LGT Bank und Bank Frick zeigten Krypto-Dienste nach Artikel 60 an.
Nachteile
MiCA gilt in Liechtenstein erst seit dem 1. Februar 2025, fünf Wochen nach der EU, weil ein EWR-Staat zuerst ein Durchführungsgesetz braucht, hier das EWR-MiCA-DG. Der Heimatmarkt hat rund 40.000 Einwohner, und die FMA warnt, dass sie von Anfang an vollständige Anträge in hoher Qualität erwartet.
Litauen: Bank of Lithuania, 6 Einträge
Vorteile
Litauen lizenziert E-Geld- und Zahlungsinstitute über die Bank of Lithuania, und CENTROlink, das Zahlungssystem der Zentralbank, gibt lizenzierten Firmen direkten SEPA-Zugang. Im Januar 2026 kaufte Checkout.com Blue EMI, ein in Litauen zugelassenes E-Geld-Institut, das Euro-Stablecoins für institutionelle Kunden ausgibt, und eröffnete ein Technologiezentrum in Vilnius. Auch Robinhood Europe und CoinGate stehen mit litauischen Einträgen im MiCA-Register.
Nachteile
Die litauische Übergangsfrist endete am 31. Dezember 2025, und die Bank of Lithuania warnte, dass Anbieter ohne MiCA-Lizenz danach das Recht zur Tätigkeit verlieren (auf Englisch). Im ESMA-Register vom 16. Oktober 2026 standen nur sechs litauische Einträge, gegenüber 109 in Deutschland und 28 in den Niederlanden.
Luxemburg: CSSF, 13 Einträge
Vorteile
Mit fast 7.500 Milliarden Euro Nettovermögen ist Luxemburg der größte Fondsstandort Europas, so der Fondsverband ALFI (auf Englisch), und die CSSF lizenziert Fonds, Banken und Krypto-Dienstleister gleichermaßen. Clearstream zeigte im Februar 2025 die Krypto-Verwahrung an, Coinbase erhielt im Juni 2025 die Zulassung für sieben Dienste, und Zodia Custody, Standard Chartered und Ripple folgten. Vier luxemburgische Gesetze erlauben tokenisierte Wertpapiere und deren Registrierung auf einer Blockchain.
Nachteile
Die meisten luxemburgischen Zulassungen sind jung: Neun der 13 Einträge stammen aus 2026, weil Luxemburg die volle Übergangsfrist von 18 Monaten bis zum 1. Juli 2026 ausschöpfte. Wer eine lange Krypto-Aufsichtspraxis sucht, findet bei der CSSF eine kürzere als bei der AFM, die ihre ersten Lizenzen am 30. Dezember 2024 erteilte.
Malta: MFSA, 23 Einträge
Vorteile
Malta hatte mit dem Virtual Financial Assets Framework Jahre vor MiCA ein eigenes Krypto-Gesetz, und Firmen mit VFA-Lizenz konnten auf einem schnelleren Weg zu MiCA wechseln. Die MFSA erteilte OKX Europe eine Lizenz für neun der zehn MiCA-Dienstleistungen, von der Verwahrung bis zum Betrieb einer Handelsplattform. Auch Crypto.com, Gemini, Gate und Blockchain.com führen ihr EU-Geschäft über eine maltesische Gesellschaft.
Nachteile
Dieses Tempo führte zu einer Prüfung: Die ESMA prüfte eine Zulassung der MFSA (auf Englisch) und stellte fest, dass einige wesentliche Punkte bei der Erteilung nicht vollständig geklärt waren. Ian Allison und Camomile Shumba beschreiben die Debatte über das maltesische Schnellverfahren bei CoinDesk (auf Englisch), mit Kritikern und Verteidigern der MFSA.
Niederlande: AFM, 28 Einträge
Vorteile
Die AFM erteilte die ersten MiCA-Lizenzen am 30. Dezember 2024, dem ersten Tag der Regeln für Krypto-Dienstleister, an MoonPay Europe, Zebedee Europe und BitStaete. 21 der 28 niederländischen Einträge sind Vollzulassungen nach Artikel 63, mehr als das Register für jedes andere Land ausweist. Bitvavo mit AFM-Lizenz wickelt nach Zählung des Marktdatenanbieters Kaiko (auf Englisch) 44 Prozent des weltweiten EUR-Spotvolumens ab.
Nachteile
Die Niederlande gaben bestehenden Firmen nur sechs Monate Übergangsfrist, wie die ESMA-Liste der Übergangsfristen (auf Englisch) zeigt. Bei De Nederlandsche Bank registrierte Firmen brauchten deshalb bis Ende Juni 2025 eine MiCA-Lizenz. Ein vereinfachtes Verfahren für bereits beaufsichtigte Firmen, wie es Deutschland nach Artikel 143 Absatz 6 kennt, bot die AFM nicht an.
Schweiz: FINMA, ohne MiCA
Vorteile
Die Schweiz regelt Krypto-Banking über die gewöhnliche Bankbewilligung: Sygnum Bank und AMINA Bank halten seit August 2019 volle FINMA-Bankbewilligungen für digitale Vermögenswerte. Das DLT-Gesetz (auf Englisch) schuf DLT-Wertrechte und eine Bewilligung für DLT-Handelssysteme, und die Zürcher Kantonalbank bietet Handel mit Bitcoin und Ether in ihrer Banking-App an. Zug, seit 2014 Sitz der Ethereum Foundation, gab dem Crypto Valley seinen Namen.
Nachteile
Die Schweiz gehört weder zur EU noch zum EWR, deshalb öffnet eine FINMA-Bewilligung unter MiCA keinen Zugang zu EU-Kunden. Schweizer Gruppen gründen darum eine Gesellschaft im EWR: Sygnum und Bitcoin Suisse gingen nach Liechtenstein, AMINA nach Österreich, und Swissquote bedient EU-Kunden über die Swissquote Bank Europe in Luxemburg. Auch das Schweizer Bewilligungsrecht ändert sich, denn am 22. Oktober 2025 eröffnete der Bundesrat eine Vernehmlassung zu zwei neuen Bewilligungen für Zahlungsmittelinstitute und Kryptoinstitute.
Vereinigtes Königreich: FCA, ohne MiCA
Vorteile
In London sitzen die London Stock Exchange und die Bank of England, und die FCA hob ihr Verbot von Krypto-ETNs (auf Englisch) für Privatanleger auf, sofern die Papiere an einer von der FCA anerkannten Börse gehandelt werden. Die FCA nimmt seit dem 30. September 2026 Anträge für ihr neues Krypto-Regime an, und zwar bis zum 28. Februar 2027, wie Linklaters erläutert (auf Englisch).
Nachteile
Eine MiCA-Lizenz deckt keine britischen Kunden ab, und eine britische Zulassung deckt nicht die EU ab. Wer beide Märkte bedient, braucht zwei Lizenzen und zwei Gesellschaften. Bis das neue Regime (auf Englisch) am 25. Oktober 2027 startet, registrieren sich Krypto-Firmen im Vereinigten Königreich nur nach den Geldwäschevorschriften bei der FCA. Wer erst nach Ende des Antragsfensters einreicht, darf bis zur Entscheidung der FCA keine neuen Kunden aufnehmen.
Zypern, Spanien und die übrige EU
Zypern hat 24 Registereinträge, darunter die Online-Broker eToro, Trading 212 und XTB, die unter Aufsicht der CySEC Krypto-Dienste ergänzt haben. Spanien hat 16 Einträge: BBVA und CaixaBank zeigten Krypto-Dienste an, und Bit2Me erhielt am 31. Oktober 2025 die erste spanische Zulassung nach Artikel 63. Tschechien und Lettland haben je 12 Einträge, Italien hat 10.
Polen hat keinen einzigen, weil drei Vetos des Präsidenten das Land ohne Gesetz ließen, das eine MiCA-Behörde benennt. Polnische Kunden werden deshalb von Anbietern mit Lizenz aus Malta, Österreich, Luxemburg und anderen Mitgliedstaaten bedient, wie die Geschichte von MiCA in Polen zeigt.
Was eine ESMA-Aufsicht ändern würde
Am 4. Dezember 2025 schlug die EU-Kommission in ihrem Paket zu Marktintegration und Aufsicht vor, dass die ESMA alle Krypto-Dienstleister direkt zulässt und beaufsichtigt, und die ESMA begrüßte den Vorschlag (auf Englisch). Frankreich, Italien und Österreich hatten im September 2025 eine ESMA-Aufsicht über die großen Krypto-Firmen gefordert. Der Vorschlag muss noch das Europäische Parlament und den Rat passieren.
Kommt er durch, zählt die Wahl zwischen EU-Ländern für die Lizenz selbst weniger, weil dann eine europäische Behörde über Anträge entscheidet. Personalkosten, Banken und Verwahrer vor Ort, Steuern und der Heimatmarkt würden bei der Standortwahl dann stärker wiegen.
Kommende Krypto-Termine in Europa
Finance Loop in den Krypto-Ländern
Finance Loop arbeitet mit lizenzierten Börsen und Krypto-Konferenzen in mehreren dieser Länder zusammen. OKX, ein Partner von Finance Loop, hat seine MiCA-Lizenz von der MFSA in Malta, und Bybit EU mit Zulassung der FMA in Wien veranstaltete mit Finance Loop einen Crypto Evening in Frankfurt. Finance Loop war Official Partner der Vienna Blockchain Week und außerdem Partner des Point Zero Forum in Zürich. In Frankfurt war Finance Loop Partner der Crypto Assets Conference von Frankfurt School und Deutsche Börse Group.
Welches Land in Europa ist am kryptofreundlichsten?
Kein europäisches Land ist für jede Firma das kryptofreundlichste, denn die Antwort hängt vom Dienst und vom Zielmarkt ab. Nach Registereinträgen führt Deutschland mit 109, meist Banken mit Anzeige. Bei den Vollzulassungen nach Artikel 63 liegen dagegen die Niederlande mit 21 vorn. Malta und Österreich beherbergen die EU-Gesellschaften vieler großer Börsen, und die Schweiz hat Krypto-Banken mit voller Bankbewilligung, aber keinen EU-Pass.
Welches EU-Land eignet sich für ein Krypto-Unternehmen?
Für eine Krypto-Börse oder einen Broker ohne andere Lizenz haben die Aufsichten in den Niederlanden, Österreich, Malta, Irland und Luxemburg jeweils große internationale Firmen zugelassen. Eine Bank oder Wertpapierfirma mit Lizenz bleibt bei ihrer Aufsicht und reicht eine Anzeige ein, deshalb sind die meisten deutschen Einträge Anzeigen. Das Mindestkapital ist überall gleich und liegt je nach Dienst bei 50.000, 125.000 oder 150.000 Euro, wie die Regeln zur CASP-Lizenz festlegen.
Kryptofreundliche Städte in Europa
Innerhalb dieser Länder ballen sich die Firmen in wenigen Städten: Wien für die EU-Zentralen der Börsen, Frankfurt für Banken und Marktinfrastruktur, Amsterdam für den Euro-Handel und Zug und Zürich für Krypto-Banken. Paris hat Stablecoins von Banken, und Malta, Dublin, Luxemburg, Berlin und London ergänzen die Krypto-Hubs in Europa, jeweils mit eigener Aufsicht, eigenen Firmen und Konferenzen.
Ist Krypto in jedem europäischen Land legal?
Ja, Besitz und Handel von Kryptowerten sind in jedem EU- und EWR-Staat legal, und MiCA regelt die Firmen, die dort Krypto-Dienste anbieten. Ein Anbieter braucht eine Zulassung seiner Heimataufsicht oder, als bereits lizenzierte Finanzfirma, eine Anzeige, bevor er seine Dienste in andere Länder anbieten darf. Seit dem 1. Juli 2026, als die letzten MiCA-Übergangsfristen endeten, müssen Firmen ohne beides ihr EU-Geschäft abwickeln.
Heißt kryptofreundlich auch niedrige Krypto-Steuer?
Nein, MiCA regelt keine Steuern, und jedes EU-Land besteuert Krypto nach eigenem Recht. Ein Unternehmen, das Standorte vergleicht, braucht in jedem Kandidatenland Steuerberatung, sowohl zur Unternehmenssteuer als auch zur Behandlung von Kryptobeständen in der Bilanz. Diese Frage kommt zur Lizenz hinzu und ist von ihr getrennt zu klären.
Kryptofreundliche Länder in Europa und Finance Loop
Finance Loop behandelt Lizenzierung und Aufsicht von Krypto-Firmen im Track Risiko und Compliance, Verwahrung und Börsen im Track Investment und digitale Vermögenswerte. Finance Loop arbeitet mit OKX und Bybit EU zusammen, zwei Börsen mit Lizenz aus Malta und Österreich, und mit Krypto-Konferenzen in Wien, Zürich und Frankfurt.
Finance Loop ist ein Experten-Netzwerk und will die institutionelle Nutzung neuer Technologien im Finanzwesen voranbringen, wie KI, digitale Zahlungen sowie Cloud- und Blockchain-Lösungen. Finance Loop hilft seinen Mitgliedern, Fähigkeiten und persönliche Netzwerke in diesen Feldern aufzubauen: Investment und digitale Vermögenswerte, Zahlungsverkehr und digitales Geld, Digitale Infrastruktur und Souveränität und Risiko und Compliance.